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Alternativen zu Diclofenac: Ibuprofen, Metamizol, Tramadol u.a. oft auch kein sinnvoller Ersatz





Der Wirkstoff Diclofenac wird zur Behandlung leichter bis mittlerer Schmerzen und Entzündungen angewendet. Vor allem bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Sehnenentzündungen, Zerrungen und Prellungen kommt er zum Einsatz. So ist Diclofenac beispielsweise in dem bekannten Schmerzgel Voltaren enthalten, welches sich in vielen Haushalten findet.

Neben Störungen des Magen-Darm-Traktes zählen jedoch Überempfindlichkeitsreaktionen, aber auch Veränderungen der Leberwerte zu typischen Nebenwirkungen des Wirkstoffs Diclofenac. Nicht zuletzt zeigte eine Studie den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Diclofenac und einem erhöhten Herzinfarktsrisiko auf. Auch ist die Umweltbelastung durch Diclofenac erheblich – die Arzneimittelrückstände, die regelmäßig in Abwasser und Klärschlamm gefunden werden, bestehen nach Angaben der Bundesregierung – neben Rückständen des Epilepsie-Mitels Carbamazepin – vor allem aus Diclofenac. Grund genug für viele Patienten, sich nach einer brauchbaren Alternative umzusehen.

Schmerztherapie mit Diclophenac (© fovito - Fotolia.com)

Schmerztherapie mit Diclophenac (© fovito – Fotolia.com)

Ibuprofen, Metamizol, Tramadol u.a. statt Diclofenac?

Ein Ausweichen auf das verträglichere Schmerzmittel Ibuprofen scheint in den Fällen, die für gewöhnlich mit Diclofenac behandelt werden, wenig sinnvoll, da das Ibuprofen zwar sehr gut bei Kopfschmerzen & Co. wirkt, auf starke Gelenkbeschwerden jedoch wenig Einfluss zu haben scheint.

Eventuell kann das Schmerzmittel Novalgin (Metamizol) hier eine Alternative sein. Dieses wirkt auch bei stärkeren Schmerzen und kommt vor allem in Krankenhäusern nach Operationen zum Einsatz. Auch verfügt es über fiebersenkende Eigenschaften, wirkt jedoch nicht entzündungshemmend. Metamizol allerdings kann noch stärkere Nebenwirkungen haben als das „nur“ magenunfreundliche Diclofenac und ist deshalb in einigen Ländern gar nicht erst zugelassen. Im deutschsprachigen Raum jedoch erfreut es sich weiter Verbreitung.

Tramadol (Tramal) ist eine weitere Möglichkeit. Da es sich hierbei aber um ein Opium-Derivat handelt, kann wohl nicht mehr von einer Alternative zum Nichtopioid-Analgetikum Diclofenac gesprochen werden – vielmehr kommt dies zum Einsatz, wenn Diclofenac nicht mehr ausreicht, beispielsweise bei einem akuten Bandscheibenvorfall. Als Fixkombination aus Tramadol und Paracetamol (Handelsname: Zaldiar) hat sich das Schmerzmittel jedoch als recht gut verträglich erwiesen und findet vor allem im Leistungssportbereich sowie durch Orthopäden Anwendung. Zu beachten ist, dass das im Kombinationspräparat enthaltene Tramadol immer noch ein Opioid ist und ein entsprechendes Suchtpotenzial besitzt.

Statistik zur Verordnung von Diclofenac: Im Jahr 2008 wurden Mittel mit dem Wirkstoff Diclofenac mehr als 15 Mio Mal verordnet (Quelle: Statista / Axel Springer)

Statistik zur Verordnung von Diclofenac: Im Jahr 2008 wurden Mittel mit dem Wirkstoff Diclofenac mehr als 15 Mio Mal verordnet (Quelle: Statista / Axel Springer)

Alternative Medizin statt Diclofenac-Arzneimittel?

So sind natürliche Alternativen zu Diclofenac wohl eher in der alternativen Medizin zu suchen, beispielsweise der Osteopathie und/oder Akupunktur.

Die Osteopathie ist eine manuelle Therapie vor allem bei Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, die vom Behandler mit bloßen Händen ausgeführt wird. Auch die Chiropraktik fällt in ihren Bereich. Studien zur Wirksamkeit der Osteopathie fallen sehr unterschiedlich aus. Gut belegt werden konnte ihre Wirksamkeit beim chronischen Schmerzsyndrom der Wirbelsäule, bei anderen Formen von Rückenschmerzen sowie bei Kopfschmerz.

Akupunkturanwendungen sind bereits erforschter und werden mithin sogar von den Krankenkassen übernommen. Gerade auch chronische Schmerzen ohne klaren körperlichen Befund gelten als anerkannte Indikation für eine Akupunkturbehandlung. Studien konnten belegen, dass die Akupunktur bei Beschwerden wie chronischem Kreuzschmerz, chronischem Schmerz bei Kniegelenksarthrose, chronischem Spannungskopfschmerz und chronischer Migräne sogar den konventionellen Standardtherapien überlegen war.

YOUTUBE: Schmerzmittel-Studie: Große Risiken
(www.youtube.com/watch?v=IlVOvxOUOQc)