Wissenswertes zu Ihrer Gesundheit

Wann sind zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe durch Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich nötig/sinnvoll?





Die Meinungen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel gehen weit auseinander. Experten weisen immer wieder darauf hin, dass Präparate mit Vitaminen oder Spurenelementen eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse nicht ersetzen können. Viele Verbraucher handeln dagegen eher nach dem Schema „Viel hilft viel“ beziehungsweise „Wenn es schon nichts hilft – schaden wird es nicht gerade“. Einige Studien legen aber genau diesen Schluss nahe. Deshalb sollte vor einer Ergänzung der Nahrung mit Vitaminen oder Spurenelementen zunächst der Bedarf genau abgeklärt werden.

In welchen Lebenssituationen Nahrungsergänzung tatsächlich nötig und sinnvoll ist, lesen Sie hier.

Nahrungsergänzungsmittel - welche, wann? (© ra2 studio / Fotolia)

Nahrungsergänzungsmittel – welche, wann? (© ra2 studio / Fotolia)

Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft?

In kaum einem Lebensabschnitt ist der Wunsch nach einer möglichst optimalen Gesundheitsversorgung größer als während einer Schwangerschaft. Denn nun wird nicht nur der eigene Organismus versorgt, der mit der Schwangerschaft großen Belastungen ausgesetzt ist. Die Schwangere trägt mit ihrer Ernährung auch die Verantwortung für die Gesundheit des werdenden Lebens.

Den meisten werdenden Müttern ist hierbei das Beste gerade gut genug, da dem Baby der Grundstein für ein gesundes Leben gelegt werden soll. So verwundert es nicht, dass laut einer Umfrage unter Frischentbundenen in Deutschland 98 % der Frauen Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft eingenommen hatten.

Der Energiebedarf steigt während einer Schwangerschaft nicht so stark an, dass Schwangere „für zwei“ essen, das heißt einfach die Menge der aufgenommenen Nahrung verdoppeln sollten. Der Nährstoffbedarf dagegen ist deutlich höher, sodass bei einigen Stoffen eine optimale Versorgung allein über die Nahrung möglicherweise nicht gewährleistet werden kann. Der Körper steuert so weit wie möglich dagegen, so wird beispielsweise während einer Schwangerschaft die Resorptionsleistung von Eisen über den Darm erhöht.

Dennoch kann eine Nahrungsergänzung während der Schwangerschaft vor allem mit den Stoffen Eisen, Folsäure und Jod sinnvoll sein. Eine Zufuhr dieser Elemente schützt den Embryo vor Fehlbildungen und verringert das Risiko von Komplikationen in der Schwangerschaft. Einige Studien zeigen, dass außerdem vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft die Zufuhr von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren sich positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirkt.

Eine Zufuhr der genannten Stoffe ist vor allem dann empfehlenswert, wenn eine Frau mit Mehrlingen schwanger ist oder mit kurzem Abstand zu einem bereits geborenen Kind wieder schwanger ist. Auch für untergewichtige, chronisch kranke, alkoholabhängige und rauchende Schwangere ist eine Nahrungsergänzung sinnvoll.

Magnesium und Calcium werden während der Schwangerschaft ebenfalls häufig supplementiert. Experten raten hiervon ab, wenn nicht konkrete Mangelerscheinungen wie beispielsweise Wadenkrämpfe bestehen. Der Mehrbedarf an diesen Elementen während der Schwangerschaft ist nicht signifikant.

Siehe auch unseren ausführlichen Artikel zum Thema Ernährung während Schwangerschaft und Stillzeit.

Nahrungsergänzung im Alter

Hochbetagte Menschen über 80 Jahren nehmen häufig insgesamt zu wenig Nahrung auf, damit auch zu wenig lebensnotwendige Nährstoffe. Der Grund liegt zum einen darin, dass das Hunger- und Durstgefühl im Alter abnehmen. Vor allem bei dementen Menschen ist auf eine ausreichende Zufuhr von Energie und Nährstoffen zu achten, da sie dazu neigen, sogar das Essen und Trinken zu vergessen. Bei diesen Patienten kommt erschwerend der häufig erhöhte Bewegungsdrang hinzu, der Energie verbraucht.

Zum zweiten ist bei Senioren die Darmtätigkeit herabgesetzt. Eine schlechtere Durchblutung des Darmtrakts führt zu einer verminderten Aufnahme von Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen.
Die Folge einer Mangelversorgung sind ein geschwächtes Immunsystem, erhöhte Infektionsgefahr und schlecht heilende Wunden.

Gerade wenn bereits – wie häufig im Alter – mehrere Krankheiten bestehen, führen diese Umstände zu einem insgesamt deutlich schlechteren Gesundheitszustand, als es mit einer ausreichenden Versorgung an Nährstoffen möglich wäre.

Welche Nahrungsergänzungsmittel im Alter eingesetzt werden sollten, muss immer mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Er kann ermitteln, an welchen Stoffen Mangel besteht. Wichtig ist auch, auf Wechselwirkungen mit eventuell einzunehmenden Medikamenten zu achten. Einige Nahrungsergänzungsmittel beschleunigen oder verhindern die Verstoffwechselung von Arzneimitteln.

Typische Elemente, die im Alter über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, sind Vitamin D3, Vitamin B12, Folsäure, Zink, Calcium, Magnesium, Eisen und Selen.

Mehr im Web zum Thema:

  • Men’s Health zu Nahrungsergänzung: menshealth.de
  • Stiftung Warentest über Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel: test.de

Wechseljahre: Mit Supplementen wie Biotin, Selen u.a. gegen unerwünschte Begleiterscheinungen der Menopause?

Als Wechseljahre wird die Zeit im Leben einer Frau bezeichnet, in der die Menstruation aussetzt und sich der Hormonhaushalt umstellt. Die in der Fachsprache Menopause oder Klimakterium genannte Lebensphase verläuft von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Einige Frauen haben kaum Begleiterscheinungen. Andere Frauen leiden unter ausgeprägten Beschwerden wie Hitzewallungen mit Schwitzattacken, Kreislaufproblemen mit zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck, Schlaf- und Verdauungsstörungen sowie Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Phasen.

Der veränderte Hormonhaushalt kann auch zu Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild führen und damit die Lebensqualität weiter belasten. Das Haar kann dünner, trockener und spröder werden. Die Fingernägel neigen möglicherweise zu Brüchigkeit. Auch das Hautbild kann sich verschlechtern. Um diesen unerwünschten Begleiterscheinungen entgegenzutreten, kann eine Ergänzung der Nahrung mit Vitamin B6, Biotin, Selen, Zink sowie Vitamin C und D sinnvoll sein.

Statistik: Wie viele Frauen nehmen (rezeptfreie) Mittel gegen Beschwerden bzgl. der Menopause / Wechseljahre (Quelle: STATISTA / IfD Allensbach)

Statistik: Wie viele Frauen nehmen (rezeptfreie) Mittel gegen Beschwerden bzgl. der Menopause / Wechseljahre (Quelle: STATISTA / IfD Allensbach)

Sport: Licht und Schatten unter den Ergänzungspräparaten

Ehrgeizige Leistungs- und Hobbysportler verfolgen ihre Ziele mit intensivem Training und einer auf die Bedürfnisse angepassten Ernährung. Der Wunsch, mit Nahrungsergänzungsmitteln die Trainingserfolge zu maximieren, ist groß. Daher gibt es im Bereich der Supplemente für Sportler eine Vielzahl seriöser und auch dubioser Angebote. Sie versprechen gesteigerten Muskelaufbau, beschleunigten Fettabbau, höhere Leistungsbereitschaft oder schnellere Regeneration. Folgende Ergänzungsmittel sind die am weitesten verbreiten und verhältnismäßig am wenigsten umstrittenen:

Ein Cocktail von Nahrungsergänzungspräparaten? (© Arsgera/Fotolia)

Ein Cocktail von Nahrungsergänzungspräparaten? (© Arsgera/Fotolia)

  • Proteinshakes: Sie sollen vor allem bei Krafttraining dem Muskel das nötige Eiweiß zum Muskelaufbau bereitstellen. Im Falle einer Unterversorgung ist die Zufuhr von Proteinen über Shakes sinnvoll. Bei den meisten Sportlern lässt sie sich aber über die normale Nahrungsaufnahme gewährleisten. Wer die Aufnahme von Fett über die Nahrung reduzieren möchte, sollte den Shake mit fettarmer Milch oder Wasser zubereiten (lassen). Auch Laktose- und Kuhmilcheiweißallergiker müssen darauf achten, mit welcher Flüssigkeit das Pulver angerührt wird.
  • L-Carnitin: Carnitin ist natürlich im Fleisch von Rind, Lamm und Wild enthalten. Der Körper stellt den Stoff zudem selbst her. Zusätzlich über Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, soll es die Fettverbrennung während des Sports ankurbeln und den Sportler länger im Ausdauerbereich trainieren lassen.
  • Kreatin: Kreatin steigert nachweislich die Schnellkraft von Sprintern bei intensiven Belastungen. Es sollte nur kurzfristig eingenommen werden. Der Nachteil ist, dass durch vermehrte Wassereinlagerungen das Körpergewicht unter der Einnahme steigt, was den erwünschten Zielen entgegensteht. Studien stellten auch Zusammenhänge mit einem erhöhten Verletzungsrisiko her.
  • Koffein: Ob als Tablette oder Espresso während der Trainingseinheit – Koffein sorgt für mehr Ausdauer und eine gesteigerte Fettverbrennung. Die unter Einnahme von Koffein im Blut vermehrt gelösten Fettsäuren werden aber nur dann tatsächlich im gewünschten Sinne verstoffwechselt, wenn während der Einnahme von Koffein Sport getrieben wird.
  • Glycerin: Glycerin ist vor allem für Ausdauersportarten interessant. Auch Freizeitsportler zeigten unter der Einnahme von Glycerin mehr Ausdauer und einen verbesserten Flüssigkeitshaushalt.
  • Antioxidantien: Bei intensiver Belastung entstehen im Körper reaktive Sauerstoffverbindungen, so genannte freie Radikale. Sie haben zahlreiche schädigende Einflüsse auf den Körper. Um die unerwünschten Wirkungen der freien Radikale zu unterbinden, führen einige Sportler ihrem Organismus Elemente mit antioxidativen Eigenschaften zu. Hierzu zählen Präparate, die beispielsweise Vitamin E, Vitamin C, Provitamin A, Selen und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.

Nahrungsergänzung nach Operationen: Höheren Bedarf und echten Mangel ausgleichen

Nach einer Operation möchten die Patienten schnell wieder fit werden. Eine Unterstützung des Genesungsprozess mittels Nahrungsergänzungsmitteln kann vor allem in zwei Bereichen sinnvoll sein.

  • Nach Verbrennungen steigt die Bildung freier Radikale geradezu explosionsartig an. Die Wundheilung und der allgemeine Gesundheitszustand werden dadurch beeinträchtigt. Mit der Gabe von antioxidativ wirkendem Vitamin C und Vitamin E kann dem entgegengewirkt werden.
  • Nach zahnmedizinischen beziehungsweise kieferchirurgischen Eingriffen kann es schwierig sein, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Dies ist gerade nach Operationen ungünstig, da der Körper nun eine optimale Versorgung an Nährstoffen braucht, um die Folgen des Eingriffs gut und schnell zu verarbeiten. Welche Nahrungsergänzung sinnvoll ist, sollte je nach Ausgangslage individuell entschieden werden.

Fazit: Nahrungsergänzungsmittel ja/nein/wann?

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Grundlage für ein gesundes Leben in jeder Lebenslage eine gesunde, ausgewogene, möglichst abwechslungsreiche Ernährung ist. In den meisten Phasen des Lebens kann der Körper damit alle benötigten Nährstoffe aufnehmen, die er braucht. Erst wenn tatsächlich ein Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen zu befürchten ist, sollte die Aufnahme von Ergänzungsmitteln in Betracht gezogen werden.

Mithilfe eines Arztes oder Ernährungsberaters sollte genau ermittelt werden, wo der Bedarf ist. Wird ein Mangel oder ein erhöhter Bedarf festgestellt, sollten zielgerichtet die benötigten Nährstoffe in der jeweils sinnvollen Dosierung zugeführt werden.

YOUTUBE: Salzburger Nachrichten > Nahrungsergänzungsmittel: Was nützt, was schadet
(www.youtube.com/watch?v=yRdnNEMqqgk)