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Röntgen Strahlung: Wie schädlich sind die Röntgenstrahlen bei normalen Untersuchungen?





Vor Röntgen Strahlung haben viele Menschen Angst – leider sind die meisten Menschen aber sehr schlecht über die Funktionsweise des Röntgens, Nutzen und Schaden der Strahlen informiert.

YOUTUBE: Wie entsteht Röntgenstrahlung?(www.youtube.com/watch?v=I7kqPdKcVNo)

Röntgen Strahlung wurde im 19. Jahrhundert durch Conrad Röntgen entdeckt. Die Entstehungsweise ist einfach erklärt: Eine Glühwendel (wie in einer Glühbirne) wird erhitzt, dabei entsteht eine Elektronenwolke. Elektronen sind negativ geladen und werden deshalb von einem positiv geladenen Pol angezogen. In einer Röntgenröhre wird also eine Spannung angelegt, die die Elektronen von der Glühwendel zum positiven Pol zieht. Diese Spannung ist sehr hoch, so dass die Elektronen sehr schnell fliegen. Wenn sie dann auf die Anode (den positiven Pol) treffen, werden sie dort nicht einfach „verschluckt“, sondern in ihrer Flugrichtung umgelenkt. Dabei geben die Elektronen Energie ab in Form von Röntgen Strahlen.

Röntgen-Strahlung: Junge Frau im Röntgenbild (© Dan Race / Fotolia)

Röntgen-Strahlung: Junge Frau im Röntgenbild (© Dan Race / Fotolia)

Röntgen-Strahlung: Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Strahlen mit Nutzen und Schaden(spotential)

Röntgen-Strahlen sind ganz einfach nur elektromagnetische Strahlen mit einer sehr hohen Energie; sie können fast ohne Schwächung durch Wände hindurchgehen. Einen diagnostischen Nutzen bekommt man bei Röntgen Strahlen dadurch, dass sie durch Gewebe mit unterschiedlicher physikalischer Dichte unterschiedlich stark absorbiert werden. Je mehr Strahlung absorbiert wird, desto weniger kommt hinter dem geröntgen Organ wieder heraus. So entstehen auf dem Bild Dichteunterschiede, die das „durchleuchtete“ Gewebe gut darstellen können. Da Knochen eine besonders hohe Dichte haben, sind Knochen besonders gut für die Röntgendiagnostik geeignet. Hier ist inzwischen auch eine so gute Auflösung erreichbar, dass auch kleinste Schäden (Frakturlinien) abgebildet werden können. Dabei versuchen die Hersteller, immer bessere Auflösung bei immer geringerer Dosis zu erreichen, so dass das Röntgen heutzutage nicht mehr so große Schäden anrichten kann wie früher.

Nachdem die Röntgen Strahlen zum Teil vom Gewebe absorbiert werden, können in diesem Gewebe auch Schäden entstehen. Die Röntgenstrahlen geben ihre Energie an das Gewebe ab, dabei können Zellen, Zellkerne und die in den Zellkernen enthaltene DNS beschädigt werden. Diese Schäden sind nicht sofort sichtbar. Sie werden bei jeder Zellteilung weitergegeben und können irgendwann dazu führen, dass die Zellen entarten und ein Tumor entsteht. Handelt es sich um Zellen, die mit der Fortpflanzung zu tun haben, können die Schäden an die DNS des Kindes weitergegeben werden. Das Kind kommt mit Missbildungen oder einer Behinderung zur Welt. Das Ausmaß der Schäden hängt nicht von der Dosis ab. Umgekehrt gilt aber, dass sich die Wahrscheinlichkeit von Schäden erhöht, je mehr Dosis die Person erhält.

Statistik: Anteil der Röntgenuntersuchungen in Deutschland > Die Zahnmedizin führte 2004 rund 35,5 Prozent aller Röntgenuntersuchungen in Deutschland durch.  (Quelle: STATISTA / Bundesamt für Strahlenschutz)

Statistik: Anteil der Röntgenuntersuchungen in Deutschland > Die Zahnmedizin führte 2004 rund 35,5 Prozent aller Röntgenuntersuchungen in Deutschland durch. (Quelle: STATISTA / Bundesamt für Strahlenschutz)

Strahlungsintensitäten, denen ein Mensch im Alltag, bei medizinischen Untersuchungen und atomaren Katastrophen ausgesetzt sein kann > Die Statistik bildet abgestufte Grade der Strahlungsintensität von radioaktiver Strahlung auf den Menschen ab. Ein Mensch, der sich einer Ganzkörper-Computertomographie unterzieht, setzt sich je Untersuchung einer Strahlung von ungefähr 10 Millisievert aus. (Quelle: STATISTA / Spiegel)

Strahlungsintensitäten, denen ein Mensch im Alltag, bei medizinischen Untersuchungen und atomaren Katastrophen ausgesetzt sein kann > Die Statistik bildet abgestufte Grade der Strahlungsintensität von radioaktiver Strahlung auf den Menschen ab. Ein Mensch, der sich einer Ganzkörper-Computertomographie unterzieht, setzt sich je Untersuchung einer Strahlung von ungefähr 10 Millisievert aus. (Quelle: STATISTA / Spiegel)

Unnötige Röntgenstrahlung vermeiden

In jedem Fall bringt Röntgenstrahlung viel Nutzen in der Medizin, kann aber auch schaden. Patienten und Ärzte sollten deshalb versuchen, unnötige Strahlenbelastungen zu vermeiden, zum Beispiel indem versucht wird, statt einer Computertomographie eine Magnetresonanztomographie (keine Röntgenstrahlung) machen zu lassen oder auch indem ein Röntgenpass geführt wird. In diesem Pass werden alle Röntgenuntersuchungen verzeichnet, so dass jeder Arzt nachvollziehen kann, ob die Untersuchung, die er gerne bei dem Patienten machen würde, schon erfolgt ist.

YOUTUBE: BGETEM – Strahlenschutz (Röntgen- und Störstrahler in Medizin & Forschung)
(www.youtube.com/watch?v=q-p8wXeA_vM)