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Cervicalsyndrom HWS: Definition, Symptome, Ursachen, Behandlung (auch: Zervikalsyndrom)




Das Cervicalsyndrom ist keine klare Diagnose. Es bezeichnet eine Gruppe von Symptomen, denen individuell verschiedene Symptome zugrunde liegen können. Das Wort setzt sich aus „cervical“ (lateinisch, „den Hals betreffend„) und „Syndrom“ (griechisch, „zusammentreffend“) zusammen. Es bezeichnet verschiedene Symptome, die sich im Bereich des Halses oder Nackens zeigen. Die Ursache der Verspannungen und Schmerzen, die das Cervicalsyndrom typischerweise begleiten, kann sehr unterschiedlich sein. Verschiedene Erkrankungen im Halsbereich lösen ein Cervicalsyndrom aus.

Cervicalsyndrom: Symptome

Da das Zervicalsyndrom verschiedene Ursachen haben kann, zeigen sich unterschiedliche Symptome. Nicht jeder Betroffene leidet unter den gleichen Beschwerden. Die typischen Anzeichen für ein Cervicalsyndrom sind:

  • Nackenschmerzen
  • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
  • Bewegungseinschränkungen, Schwierigkeiten beim Drehen des Kopfes
  • Schwindel
  • Störungen beim Hören und Schlucken
  • In die Arme ausstrahlende Schmerzen
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Händen
  • Übelkeit
  • Kribbeln der Kopfhaut
  • Kältegefühl in Armen und Händen

Ursachen

Grob lassen sich fünf Arten des Cervicalsyndroms unterscheiden.

  • Lokales Cervicalsyndrom: In diesem Fall bestehen Blockaden in der Halswirbelsäule. Diese „ausgerenkten Wirbel“ verursachen Schmerzen und Muskelverspannungen.
  • Degeneratives, lokales Cervicalsyndrom: Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke verursachen die Symptome.
  • Instabile Segmente der Halswirbelsäule: Schädigungen im Bereich der Bandscheiben und der Wirbelzwischenräume verursachen die Symptome.
  • Radiculäres Cervicalsyndrom: Ein Bandscheibenvorfall verursacht Probleme in der Halswirbelsäule, die bis in die Arme und Hände ausstrahlen.
  • Pseudo-radiculäres Cervicalsyndrom: Hier liegt die Ursache in funktionellen Einschränkungen im Bereich der unteren Hals- und der oberen Brustwirbelsäule. Die Beschwerden lassen an eine eingeengte Nervenwurzel denken, ohne dass diese Symptomatik tatsächlich vorliegt.

Rund 80 Prozent der Beschwerden werden durch die oben genannten Probleme ausgelöst. Andere Ursachen können beispielsweise Tumore der Halswirbelsäule, rheumatische Erkrankungen oder Nervenentzündungen sein. Diese Ursachen sind sehr selten.

Cervikalsyndrom / Zervikalsyndrom: Mann leidet an Muskelverspannung (© Kaarsten / Fotolia)

Cervikalsyndrom / Zervikalsyndrom: Mann leidet an Muskelverspannung (© Kaarsten / Fotolia)

Diagnose von Cervicalsyndromen

Einen besonders hohen Stellenwert haben bei der Diagnose des Cervicalsyndroms die Aussagen des Patienten. Seine Beschreibung der Symptome und seine Angaben zu den Schmerzen geben dem Arzt und auch dem Physiotherapeuten deutliche Hinweise. Das Abtasten und Lokalisieren der Verspannungen und eine ausführliche neurologische Untersuchung grenzen die Beschwerden genauer ein. Eine Röntgenuntersuchung gibt Aufschluss über den Zustand der Halswirbelsäule und zeigt Verschleißerscheinungen. Lassen die Symptome einen Bandscheibenvorfall vermuten, wird der Arzt eine Computertomografie anordnen, um diesen Verdacht auszuschließen oder zu erhärten. Dabei sind die bildgebenden Verfahren immer nur eine Unterstützung. Viele Verschleißerscheinungen und auch Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule verursachen bei den Betroffenen keinerlei Beschwerden. Nur die tatsächlichen Beschwerden und die weiteren Untersuchungen zusammengenommen ergeben die endgültige Diagnose, warum der Patient an einem Cervicalsyndrom leidet.

Therapie von HWS-Beschwerden

Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Cervicalsyndroms. Immer stehen eine Linderung der Schmerzen und die Entspannung der verkrampften Muskulatur im Vordergrund. Blockaden und „ausgerenkte“ Wirbel werden manualtherapeutisch behandelt. Massagen und Streckbehandlungen der Halswirbelsäule verschaffen eine Linderung der Beschwerden. Krankengymnastik lockert die Muskulatur und stellt die Beweglichkeit der Halswirbelsäule wieder her. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente können die Behandlung unterstützen. Sie stehen als Salben, Tabletten und Spritzen zur Verfügung. Geeignete Sportarten unterstützen die Heilung und stärken die Muskulatur. Sport wirkt auch gezielt einer Schonhaltung entgegen, die auf Dauer die Symptome verschlimmert. Auch bei Bandscheibenvorfällen oder gelockerten Wirbelsegmenten steht die konservative Therapie im Vordergrund. Operationen der Bandscheiben oder das operative Versteifen einzelner Segmente stellt das letzte Mittel bei der Behandlung des Cervicalsyndroms dar.

Vorbeugung: Verspannungen & Co im Hals-/Nacken-/Schulterbereich am besten gar nicht erst aufkommen lassen

In den meisten Fällen liegt die Ursache für das Cervicalsyndrom in einer ungünstigen Haltung, die über Stunden eingenommen wird. Gleichförmige Arbeiten im Sitzen führen häufig zu dem beschriebenen Beschwerdebild. Besonders Menschen, die lange am Computer arbeiten, sind betroffen. Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz und ein guter Stuhl sind wichtige Mittel zur Vorbeugung. Auch regelmäßiges Aufstehen und das häufige Verändern der Arbeitsposition beugen einem Cervicalsyndrom vor. Auch kurze Übungseinheiten zur Dehnung und Entspannung der Muskulatur im Hals- und Schulterbereich lockern den Arbeitsalltag und den gefährdeten Bereich gleichermaßen auf. Regelmäßiger Sport und viel körperliche Aktivität beugen zuverlässig den Beschwerden vor. Bestehen bereits Einschränkungen stehen Ärzte und Physiotherapeuten gern beratend zu Seite und helfen bei der Auswahl von geeigneten Sportarten. So führt beispielsweise Brustschwimmen eher zu einer Anspannung im Bereich des Nackens, Rückenschwimmen dagegen stärkt die Muskulatur und die Beweglichkeit. In speziellen Kursen stärken die Teilnehmer ihre Rückenmuskulatur und erlangen die Beweglichkeit zurück. Gleichzeitig werden Haltungstipps und Entspannungsübungen vermittelt. Die meisten Krankenkassen bezuschussen die Teilnahme an der sogenannten Rückenschule.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zur Diagnostik und Behandlung des Cervicalsyndroms bieten die Seiten der Viktoriaklinik in Bochum sowie das Medizin-Blog. Informationen zur speziellen Schmerztherapie finden Sie außerdem hier.


VIDEO: Grifftechniken in der manuellen Medizin im HWS-Bereich (youtube.com/watch?v=PkH0bRmzDSw)