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Darmverschluss: Symptome und Behandlung von Ileus




Der Darmverschluss, in Fachkreisen auch Ileus genannt, ist eine sehr ernsthafte Komplikation, die innerhalb kürzester Zeit zum sogenannten „Akuten Abdomen„, also einem medizinischen Notfall mit stärksten Bauchschmerzen führen kann. Das Kernproblem ist, die der Name schon andeutet, eine Passagestörung für den Speiseinhalt des Magen-Darm-Traktes.

Der menschliche Magen-Darm-Trakt besteht aus sieben bis neun Metern länglichem Hohlorgan: Der Speiseröhre schließt sich der Magen an, es folgen Dünndarm und Dickdarm, schließlich der Darmausgang (After). Weil das Darmrohr aber an vielen Stellen nur wenige Millimeter bis Zentimeter dick ist, können bereits kleine Verengungen oder Fehlregulierungen das gesamte System zum Stillstand bringen. In der Folge staut sich der Nahrungsbrei zurück, Nährstoffe können nicht mehr aufgenommen werden, Entzündungen entstehen.

Darmverschluss: Die Verdauungsorgane des Menschen (© bilderzwerg / Fotolia)

Darmverschluss: Die Verdauungsorgane des Menschen (© bilderzwerg / Fotolia)

Zwei Arten von Darmverschluss: Paralytischer Ileus, mechanischer Ileus

Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zwei Ursachen von Darmverschlüssen: Den paralytischen Ileus und den mechanischen Ileus.

Der paralytische Ileus ist durch eine Lähmung der Darmwand gekennzeichnet: Die Nervenversorgung funktioniert nicht mehr und die peristaltischen Bewegungen, mit denen der Darm seinen Inhalt sonst unermüdlich Richtung Hinterausgang transportiert, kommen zum Erliegen. Die Ursache liegt hier oftmals in einer Arteriosklerose, die die Blutgefäße des Darms einengt und so die Versorgung stört – wie beim Herzinfarkt oder Schlaganfall, nur eben etwas weiter unten in den Eingeweiden.

Der mechanische Ileus ist durch eine konkrete Verlegung des Darmrohres gekennzeichnet. Ein Tumor, ein Entzündungsgeschehen mit Anschwellen der Darmschleimhaut, ein großer abgegangener Gallenstein oder ein unverdaulicher Speisebestandteil kommen hier als Ursachen in Frage.

Mischformen sind keine Seltenheit – so oder so erfordert ein akuter Darmverschluss immer eine umfassende Abklärung im Krankenhaus!

Symptome eines verschlossenen Darms – und wann man spätestens zum Arzt sollte

Zurück zum „Notfall Darmverschluss“: Symptome sind ein Ausbleiben des Stuhlgangs, wobei drei Tage ohne Stuhlgang individuell unterschiedlich immer noch einen Normalfall darstellen können, des Weiteren treten Schmerzen auf, die sich über Tage steigern können, die Bauchdecke ist gebläht und als Ausdruck einer Abwehrreaktion hart angespannt.

Wenn diese Symptome auftreten, ist das ein Grund, den Notarzt zu rufen!

Der Arzt kann mit relativ einfachen Mitteln wie dem Abhören des Bauches feststellen, ob etwas im Argen liegt und gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie eine Röntgenaufnahme des Bauches veranlassen.

Die Therapie besteht oftmals zunächst in medikamentösen Versuchen (Prokinetika), die Verdauung wieder in Schwung zu bringen. Hilft dies nichts oder ist der Verschluss hochakut, so muss eine Operation das wie auch immer geartete Problem lösen.

Beiträge zum Thema Darm-Verschluss im Web:

Statistiken zum Thema

Statistik: Prokinetika gegen Darmverschluss und Probleme mit Stuhlgang und Verdauung gehören zu den Top 10 der häufigsten medikamentösen Verordnungen bei Männern (Quelle: STATISTA / DAK / DAK - Gesundheitsreport 2014, Seite 61)

Statistik: Prokinetika gegen Darmverschluss und Probleme mit Stuhlgang und Verdauung gehören zu den Top 10 der häufigsten medikamentösen Verordnungen bei Männern (Quelle: STATISTA / DAK / DAK – Gesundheitsreport 2014, Seite 61)

Video zum Thema:

YOUTUBE: Darmverschluss: Dünndarmileus mit Darmnekrose – laparoskopische Dünndarmresektion
(www.youtube.com/watch?v=aeUGYCBihLI)