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Gehörsturz: eine zunehmende Zivilisationskrankheit?




Der Gehörsturz stellt einen akuten Defekt im Inneren des Ohrs dar. Er macht sich bemerkbar durch eine Innenohrschwerhörigkeit, die sich meist nur auf einer Seite zeigt und plötzlich auftritt. Gelegentlich ist auch eine Taubheit wahrzunehmen. Ursache für dieses Krankheitsbild können Virusinfekte, starker Stress, eine schlechte Durchblutung, Beeinträchtigungen der Immunabwehr sowie Störungen der Nervenbahnen im Innenohr sein.

Allgemeines zum Gehörsturz – Eine zunehmende Zivilisationskrankheit

Der Gehörsturz, welcher sich in Form einer Hörminderung bis zur Ertaubung darstellen kann, tritt sehr plötzlich auf und hat keinen erkennbaren Anlass. Er ist die häufigste Störung, welche im Innenohr in den westlichen Industriestaaten diagnostiziert wird. Innerhalb Deutschlands erleiden circa 16.000 Menschen jedes Jahr einen plötzlichen Gehörsturz. Meist tritt er zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Beide Geschlechter sind gleichermaßen davon betroffen. Da die jährliche Zuwachsrate stetig steigt, wird er von Experten als eine zunehmende Zivilisationskrankheit beschrieben.

YOUTUBE: Dr. med. Hans-Peter Zenner: Der Hörsturz
(www.youtube.com/watch?v=x07MXbSJA3w)

Gründe und Risiken für einen Gehörsturz

Die Ursachen für einen Gehörsturz können nicht eindeutig geklärt werden. Vermutlich liegt eine Durchblutungsstörung im Innenohr vor. Dies kann die Folge einer Virusinfektion sein. Im Innenohr befinden sich die Haarzellen, welche für das Hören zuständig sind. Über kleine Blutgefäße werden diese Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Leidet eine dieser Blutgefäße unter einer mangelnden Durchblutung, kommt es zu Schädigungen der Haarzellen. Ihre Funktion ist eingeschränkt, was das Gehör stark negativ beeinflusst.

Des Weiteren können kleine Blutgerinnsel die Ursache sein, welche zum Verschluss der Blutgefäße führen. Die Mechanismen können mit denen eines Schlaganfalles oder eines Herzinfarktes verglichen werden. Daher wird gelegentlich auch der Begriff Innenohrinfarkt benutzt.

Insbesondere drei Personengruppen sind von einem Gehörsturz gefährdet.

  1. Zum einen Personen, die einen Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes oder eine Fettstoffwechselstörung aufweisen. Auch Raucher gehören zu dieser ersten Risikogruppe, die ferner ein größeres Schlaganfallrisiko oder Herzinfarktrisiko zeigt.
  2. Zur zweiten Risikogruppe gehören Menschen, die starken Stress ausgesetzt sind, sich überfordert fühlen und sich gegen diese psychische Belastung jedoch nicht erfolgreich wehren (können). Die Personen sind meist gekennzeichnet durch einen großen Ehrgeiz, Zuverlässigkeit, ein überkorrektes Verhalten und ein starkes Pflichtbewusstsein. Aufgrund von diesen Charaktereigenschaften können Situationen der subjektiven Überforderung leicht entstehen. Auf der anderen Seite mangelt es ihnen an Selbstschutz oder an Selbstvertrauen, um sich gegen den seelischen oder körperlichen Stress zu wehren.
  3. Bei der dritten Risikogruppe handelt es sich um Personen, die unter einer physischen Beeinträchtigung leiden. So kam es zu einem überraschenden Abfall des Blutdruckes aufgrund von starken Blutdruckschwankungen. Dies kann beispielsweise im Zusammenhang mit einer Schwäche des Herzmuskels stehen. Auch Tumore, Virusinfektionen und Autoimmunerkrankungen können der Grund für einen Gehörsturz sein.

Klassische Symptome für einen Gehörsturz

Für einen Gehörsturz gibt es keine Vorboten. Die Symptome treten überraschend, plötzlich und ohne ersichtlichen Anlass auf.

  • Hörverlust: Auf einem oder auf beiden Ohren wird nichts mehr oder weniger gehört. Wie stark der Hörverlust ist, kann sehr unterschiedlich sein. Die Spanne reicht von sehr leichten Beeinträchtigungen bis hin zu einer vollständigen Taubheit.
  • Druckgefühl: Betroffene empfinden häufig einen dumpfen Druck im Ohr. Sie vergleichen das Symptom mit dem Empfindung Watte im Ohr zu besitzen.
  • Schwindel: Es ist möglich, dass Anzeichen wie ein Schwindelgefühl, Benommenheit und Unsicherheit vorliegen.
  • Tinnitus: Gelegentlich zeigen sich Ohrengeräusche, die sehr hohe Frequenzen haben.
Ohrenuntersuchung bei Gehörsturz (© Jürgen Fälchle / Fotolia)

Ohrenuntersuchung bei Gehörsturz (© Jürgen Fälchle / Fotolia)

Maßnahmen zur Vorbeugung eines Gehörsturzes

Da die Ursachen eines Gehörsturzes sehr vielfältig sind, sind auch die Vorbeugungsmaßnahmen dementsprechend vielfältig. Im Allgemeinen sollte das Gehör vor dauerhaften Reizen bewahrt werden. Des Weiteren gibt es folgende Maßnahmen, um einem Gehörsturz vorzubeugen:

  • Eine stetige Überflutung durch Reize sollte vermieden werden. Im Hintergrund sollte nicht stetig das Radio oder der Fernseher laufen.
  • Der Gebrauch von Kopfhörern sollte reduziert werden. Bei Besuchen von Diskotheken oder Konzerten sollten die Ohren vor einer extremen Lautstärke geschützt werden.
  • Wer aus beruflichen Dingen ständig lauten Geräuschen ausgesetzt ist, sollte die Lärmschutzrichtlinien streng einhalten. So können beispielsweise schützende Kopfhörer sinnvoll sein.
  • Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training und Meditation können dabei helfen den Stress zu minimieren. Konfliktsituationen können leichter bewältigt werden und ein größeres Wohlbefinden tritt ein.
  • Die Blutfettwerte sollten beachtet werden. So können alle Faktoren, welche eine Blutverdickung auslösen können, einen Gehörsturz auslösen. Dies trifft insbesondere auf erhöhte Werte des Blutfettes zu. Daher sollte die Ernährung ballaststoffreich erfolgen und viel Obst sowie Gemüse konsumiert werden. Auf Tabak und Nikotin sollte verzichtet werden.

Mögliche Therapien für einen Gehörsturz

Kann der Betroffene infolge des Gehörsturzes nicht mehr auf einem oder auf beiden Ohren hören, erfolgt eine sofortige stationäre Aufnahme. In den meisten Fällen ist eine ambulante Therapie bei einem Facharzt möglich. Diese sollte in den ersten 24 Stunden nach den Symptomen starten.

Bei der Behandlung werden die Blutgefäße erweitert und die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Durch diese Maßnahmen kann eine Durchblutung im Innenohr regeneriert werden. In einigen Krankheitsfällen wird Cortison verschrieben. Diese hilft gegen die Entzündung oder Schwellung, welche mit einem Gehörsturz häufig einhergeht. Diese Therapiemaßnahme erfolgt mithilfe von Infusionen, welche über einen Zeitraum von zehn bis zu 14 Tagen verabreicht werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Therapie ist die Ruhe des Betroffenen. Er sollte sich ausruhen, nicht zur Arbeit gehen und eine Auszeit einlegen. Die Heilungschancen hängen von dem Beginn der Therapie ab. Meist sind sie erfolgreich. Des Weiteren gibt es immer wieder Spontanheilungen ohne ärztliche Hilfe. Eine zuverlässige Prognose kann allerdings diesbezüglich nicht erstellt werden.