Wissenswertes zu Ihrer Gesundheit

Zusätzliche Nährstoffe in Schwangerschaft und Stillzeit?




Die Schwangerschaft ist eine Zeit, die der Frau alles abverlangt. Nicht nur, dass der wachsende Bauch körperlich anstrengend ist, auch die Nährstoffdepots im Körper nehmen kontinuierlich ab. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Kind alle Nährstoffe bekommt, die es braucht – auf Kosten der Mutter. Ihre Nährstoffspeicher werden geleert, was sich nicht selten in Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen zeigen kann.

Viele Schwangere greifen auch ohne Konsultation des Arztes proaktiv auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Am Markt gibt es eine Reihe von Produkten, die einen speziell auf die Zeit der Schwangerschaft abgestimmten Mix aus Vitaminen, Spurenelementen, Fettsäuren und anderen Mikronährstoffen versprechen. Insbesondere die zusätzliche Zufuhr von Folsäure und Jod ist häufig angeraten und kann über solche Präparate realisiert werden. Auf der anderen Seite ist eine pauschale Extra-Versorgung bei ausgewogener Ernährung oftmals nicht nötig. Wiederum gilt es zu bedenken, dass viele Schwangere eben keine völlig ausgewogene Ernährung umgesetzt bekommen, zumal im Falle von häufigen Erbrechen tatsächlich Defizite vorhanden sein können. Eine Blutuntersuchung schafft Klarheit.

Alles bestens versorgt? (© Danomyte / Fotolia)

Alles bestens versorgt? (© Danomyte / Fotolia)

amitamin fertil F

Besonders beworben wird derzeit „amitamin fertil F“ (http://www.amitamin.com/shop/fertil-f.html). Dieses Mittel beinhaltet zum Beispiel Folsäure. Angegeben werden hier 600 µg, die eine Frau am Tag durch die Kapseln zu sich nimmt. Von Experten werden 400 µg empfohlen, in Schwangerschaft und Stillzeit ca. 600 µg (durch Nahrung und Zusatzpräparate); insofern dürfte man hier sein Soll tatsächlich und mindestens erreichen.

Weiterhin sind Omega-3-Fettsäuren enthalten, die die Gehirnentwicklung beim ungeborenen Kind sowie beim Stillkind unterstützen sollen. Ansonsten enthält das Mittel Betacarotin und Vitamin D sowie verschiedene Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

„amitamin fertil F“ ist gluten- und lactosefrei und somit auch für Allergikerinnen geeignet. Außerdem wurde auf Süßstoffe verzichtet.

Das Produkt "amitamin fertil F" verspricht eine ausgewogene Zusammensetzung aus Vitaminen, Spurenelementen, Omega-3 Fettsäuren u.a. Mikronährstoffen, für die im Kontext der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf besteht (Screenshot www.amitamin.com/shop/fertil-f.html am 26.11.2013)

Das Produkt „amitamin fertil F“ verspricht eine ausgewogene Zusammensetzung aus Vitaminen, Spurenelementen, Omega-3 Fettsäuren u.a. Mikronährstoffen, für die im Kontext der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf besteht (Screenshot www.amitamin.com/shop/fertil-f.html am 26.11.2013)

Ähnliche Präparate

Femibion Nahrungsergänzung bei Amazon

Femibion Nahrungsergänzung bei Amazon

Ein ähnliches Präparat ist Femibion, hier ist die Zusammensetzung ein wenig anders als in dem beschriebenen Präparat. So ist zum Beispiel Folat mit 400 µg angegeben, davon sind 200 µg Folsäure. Dies verhält sich bei den übrigen Präparaten ähnlich: Sie unterscheiden sich in der Regel nur in der Zusammensetzung.

Weitere Mittel für Schwangere sind:

  • Schaebens Schwangerschaft & Kinderwunsch, Tabletten
  • Folio, Tabletten
  • Gyn Vital Gravida, Kapseln
  • Centrum Materna von A bis Zink, Capletten
  • Milupa Neovin plus DHA, Tabletten und Kapseln

Dies ist nur eine Auswahl der verschiedenen Produkte, die für Schwangere auf dem Markt sind. Das Angebot ist noch weitaus reichhaltiger – und das nicht ohne Grund: Es lässt sich relativ viel Umsatz damit machen, wie die untenstehende Statistik zeigt. Einerseits ist tatsächlich in einer größeren Zahl von Fällen ein echter Bedarf an Zusatzversorgung vorhanden, andererseits ist die pauschale Nachfrage von Schwangeren aber eben auch hoch.

Umsatzstärkste Gruppen von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland in den Jahren 2011 und 2012 > Kombinationspräparate aus Multivitamin plus Mineralstoffen speziell für Schwangere haben einen soliden Anteil am Gesamtmarkt der Nahrungsergänzungsmittel (Quelle: Statista / IMS Health)

Umsatzstärkste Gruppen von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland in den Jahren 2011 und 2012 > Kombinationspräparate aus Multivitamin plus Mineralstoffen speziell für Schwangere haben einen soliden Anteil am Gesamtmarkt der Nahrungsergänzungsmittel (Quelle: Statista / IMS Health)

Was sagt Ökotest?

Ökotest hat in seinem Jahrbuch Kleinkinder 2013 einen Test veröffentlicht, der Schwangeren sicherlich wenig gefallen wird. Mit „sehr gut“ abgeschnitten hat hier kein Präparat, es gibt sogar nicht wenige, die lediglich ein „ungenügend“ erhalten haben. Der Grund: In den meisten Fällen sind die Vitamine deutlich zu hoch dosiert. Eine Überdosierung an Vitaminen wirkt sich aber gesundheitsschädlich aus. Auch kann die Leber belastet werden, denn immerhin filtert sie die Giftstoffe aus dem Körper. Für den Körper ist ein Zuviel an Vitaminen aber vergleichbar mit einem Gift. Die Leber ist überlastet und kann auf Dauer geschädigt werden.

Eisenmangel in der Schwangerschaft

Viele Schwangere leiden unter einem Eisenmangel, der bei einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden kann. Zum einen kann der HB-Wert zu niedrig sein, zum anderen der Ferritin-Wert. Diese beiden werden unabhängig voneinander gemessen. Selbst ein intakter HB-Wert muss nicht heißen, dass der Ferritin-Wert (Eisenspeicher-Wert) in Ordnung ist. Das heißt, eine Schwangere kann leere Eisenspeicher haben und dennoch ein gutes Blutbild. Dies gilt es abzuklären. Weil die Hersteller von Vitaminpräparaten für Schwangere aber wissen, dass diese häufig unter Eisenmangel leiden, setzen sie nicht selten den Präparaten bereits Eisen zu. Kritiker sehen eine pauschale Zusatzversorgung mit Eisen durch Nahrungsergänzungsmittel jedoch kritisch. Generell gilt: Liegt ein Mangel an Eisen vor, muss dieser behandelt werden, vor allem im Kontext der Schwangerschaft und in Absprache mit dem Arzt. Eine Überdosierung mit Eisen kann jedoch auch schädlich sein. Im oben vorgestellten Produkt „amitamin fertil F“ hat man die Dosierung erfreulicherweise auf 100% der Tagesempfehlung begrenzt, so dass im Zusammenspiel mit einer halbwegs normalen Ernährung während der Schwangerschaft eine vernünftige Versorgung ohne zu viel und zu wenig Eisen möglich sein sollte.

YOUTUBE: Muss ich während der Schwangerschaft zusätzliche Vitamine o. ä. nehmen?
(www.youtube.com/watch?v=m5N8OVt3Qzo)

Vitaminbedarf regeln

Grundsätzlich ist es für die meisten Schwangeren nicht nötig, den Vitaminbedarf durch die Einnahme von bestimmten Präparaten zu decken. Dies wird auch in o.g. Video noch einmal erklärt. Die Ernährung sollte vollwertig und abwechslungsreich sein, dann wird dem Körper der Schwangeren oder Stillenden und damit auch dem Baby alles Nötige zugeführt. Wer sich aber nicht optimal ernährt oder ernähren kann – etwa aus dem Grund, weil in der Schwangerschaft eine enorme Übelkeit mit Erbrechen vorliegt -, sollte zusätzliche Vitamine, Spurenelemente und Mikronährstoffe einnehmen – hier können die Fertigprodukte mit ihrem Wirkstoffmix eine einfache und gut aufeinanderabgestimmte Lösung sein.

Generell ist der Vitaminbedarf über Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte zu decken. Ein wenig Fleisch sollte auch bei jeder Schwangeren auf dem Tisch landen. Dem häufig angesprochenen Mangel an Vitamin D kann durch Aufenthalte im Freien vorgebeugt werden. Somit kann es auch nicht zu einer Überdosierung kommen, weil das falsche oder zu hoch dosierte Präparat eingenommen wird. Empfehlenswert ist des Weiteren, zweimal pro Woche fetten Meeresfisch zu essen. Hier sind die Omega-3-Fettsäuren in ausreichender Menge enthalten. Ökologisch gesehen sind Fischölkapseln keine Alternative.

Wichtig ist in jedem Fall eine ausreichende Zufuhr von Jod. Zusätzlich sollte eine Schwangere täglich zwischen 100 und 150 µg Jod zu sich nehmen. Mit Jod angereichertes Salz ist unter Umständen nicht ausreichend. Auch hier sollte aber die Einnahme mit dem Arzt abgesprochen werden. Wichtig ist, dass eine Überdosierung vermieden wird, denn dann ist eine Überfunktion der Schilddrüse nicht mehr auszuschließen.

Fazit: Eine gesunde Ernährung ist die beste Vorbeugung vor Gesundheitsschädigungen beim Kind und auch bei der Mutter. Bestehen Bedenken hinsichtlich einer ausreichenden Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen sowie Spurenelementen, sollte die Frau Rücksprache mit dem Arzt halten. Dieser kann gegebenenfalls nach einer Blutuntersuchung die nötigen Präparate verschreiben oder empfehlen.

Weitere Ressourcen im Web zu Nahrungsergänzung & Schwangerschaft