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Wärmepflaster: Wie sie wirken und was Sie nicht tun sollten




Wärmepflaster, auch ABC Pflaster genannt, werden zur gezielten, lokalen Behandlung von leichten bis mittleren Schmerzen, Verspannungen und rheumatischen Beschwerden im Rücken-, Nacken-, Schulter- und Gelenkbereich eingesetzt. Die nicht verschreibungspflichtigen Heftpflaster sind von verschiedenen Herstellern in Apotheken und Drogerien erhältlich.

Der Beiname ABC Pflaster stammt von der ehemals pflanzlichen Mittelzusammensetzung Arnika, Belladonna und Capsaicin. Mit diesen Wirkstoffen wurde das Heftpflaster um 1928 ausschließlich gegen rheumatische Beschwerden verwendet. Die heute angebotenen Wärmepflaster bestehen überwiegend aus dem Hauptwirkstoff Capsaicin. Diese Substanz wird aus der Frucht des Cayennepfeffers gewonnen. Eine Ausnahme bilden Wärmepflaster Sensitiv. Diese Heftpflaster für hautempfindliche Personen beinhalten den arzneilich wirksamen Bestandteil Nonivamid. Die synthetisch hergestellte Substanz ist jedoch wirkungsgleich mit Capsaicin. Zusätzlich werden Wärmepflaster mit einem Eisenpulvergemisch angeboten.

Wärmepflaster werden gegen verschiedene Arten von Schmerzen und Verspannungen eingesetzt, ebenso bei Rheuma (© Uwe Grötzner / Fotolia)

Wärmepflaster werden gegen verschiedene Arten von Schmerzen und Verspannungen eingesetzt, ebenso bei Rheuma (© Uwe Grötzner / Fotolia)

Die Wirkung von Capsaicin in Wärme-Pflastern

Capsaicin besitzt eine durchblutungsfördernde und entkrampfende Wirkung. Es hemmt den Schmerzbotenstoff Substanz P, wodurch die Schmerzweiterleitung an weitere Nervenzellen unterbrochen wird. Die Schmerzunterbrechung zielt darauf ab, dass der Patient auch nach Therapieende schmerzfrei bleibt. Weiterhin wird durch Capsaicin eine gewollte Hautreizung herbeigeführt. Die dadurch entstehende vermehrte Durchblutung bewirkt ein entspanntes Wärmegefühl und eine gesteigerte Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskulatur. Weiterhin wird der Stoffwechsel angeregt, die Muskulatur entspannt sich zunehmend. Bei Eisenpulver-Heftpflastern entsteht die Wärmewirkung durch die Reaktion des Gemisches mit dem Sauerstoff der Luft.

Im Idealfall erzeugen Wärmepflaster eine Schmerzlinderung bei Hexenschuss, Muskelverspannungen, Ischiasbeschwerden, Nackenverspannungen, Schulterschmerzen und Rheumabeschwerden. Jedoch sollen sie auch bei Muskelkater und durch Überanstrengung, Zugluft oder Erkältung hervorgerufene Muskel-, Gelenk- und Nervenschmerzen wirksam sein.

Das Hansaplast ABC Wärme-Pflaster Capsicum erhält man nicht nur in Apotheken und Drogerien, sondern auch bei Amazon

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Wärmepflaster im Einsatz

Das Wärmepflaster wird auf die trockene, unverletzte Haut direkt an der schmerzhaften Stelle aufgetragen. Je nach Hauttyp entwickelt sich entweder unmittelbar oder nach einiger Zeit ein Wärmegefühl, das über mehrere Stunden anhält. Laut Hersteller sollte das Pflaster nach höchstens 48 Stunden Einwirkzeit entfernt werden. Danach kann, je nach Schmerzzustand, ein weiteres Heftpflaster verwendet werden. Die Hersteller empfehlen jedoch, vor einer Weiterbehandlung eine Karenzzeit von 12 Stunden einzuhalten.

In seltenen Fällen können bei der Anwendung Nebenwirkungen auftreten. Diese bestehen aus Juckreiz, Hautrötung, Nesselausschlag, Brennen im Anwendungsbereich sowie Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut. Der Hersteller empfiehlt in diesem Fall, die Behandlung sofort abzubrechen.

YOUTUBE: Werbespot von Hansaplast | ABC Wärme-Produkte mit natürlicher Heilwärme
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Wärmepflaster sind nicht für Kinder unter 12 geeignet

Bei Kindern unter 12 Jahren sollen Wärmepflaster nicht angewendet werden. Da bei Schwangeren und Stillenden keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, ist eine Behandlung nur nach Rücksprache mit einem Arzt ratsam. Patienten mit einer Überempfindlichkeitsreaktion gegen die Bestandteile, besonders gegen Capsaicin und Paprikagewächse, wird von der Anwendung abgeraten. Weiterhin soll das Pflaster nicht mit offen Wunden, Schleimhäuten sowie geschädigter Haut in Berührung kommen.

Die Hersteller weisen außerdem darauf hin, dass während der Anwendung des Heftpflasters auf zusätzliche Wärmeanwendungen durch Rotlicht, Heizkissen oder Ähnlichem verzichtet werden sollte, um Hautreizungen durch eine überhöhte Wärmewirkung zu vermeiden.

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Statistik: Mehr als die Hälfte der Befragten leidet regelmäßig oder dauerhaft unter Muskelverspannungen und/oder Rückenschmerzen. Wärmepflaster versprechen hier neben anderen Mitteln eine gewisse Linderung, beheben aber in der Regel nicht die Ursachen solcher Verspannungen. (Quelle: STATISTA / BMEL / FORSA)

Statistik: Mehr als die Hälfte der Befragten leidet regelmäßig oder dauerhaft unter Muskelverspannungen und/oder Rückenschmerzen. Wärmepflaster versprechen hier neben anderen Mitteln eine gewisse Linderung, beheben aber in der Regel nicht die Ursachen solcher Verspannungen. (Quelle: STATISTA / BMEL / FORSA)