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Wurzelspitzenresektion | Wann, warum, wie?




Eine Wurzelspitzenresektion (kurz: WSR) gehört zu den Standardoperationsverfahren in der Zahnchirurgie und dient der Zahnerhaltung. Der Zahnarzt trägt die Wurzelspitze ab, sodass das entzündete Gewebe entfernt und die Infektion beseitigt werden kann. Der Wurzelkanal wird verschlossen und der Zahn erhalten. Eine Wurzelspitzenresektion wird nur durchgeführt, wenn der Zahn auch erhaltungswürdig ist. Es gibt keine alternative Behandlungsmöglichkeit.

Eine nötige Wurzelspitzenresektion zeigt sich spätestens auf dem Röntgenbild des Kiefers bzw. Zahnumfelds - dann muss das Team der Zahnchirurgie ran (© Andrea Arnold / Fotolia)

Eine nötige Wurzelspitzenresektion zeigt sich spätestens auf dem Röntgenbild des Kiefers bzw. Zahnumfelds – dann muss das Team der Zahnchirurgie ran (© Andrea Arnold / Fotolia)

Wann entscheidet sich der Zahnarzt für eine Wurzelspitzenresektion?

Der Zahnarzt entscheidet sich dann für eine Wurzelspitzenresektion, wenn er einen chronisch entzündeten Prozess feststellt, der sich im Bereich der Wurzelspitze befindet und durch eine Wurzelbehandlung nicht behoben werden konnte. Wurzelspitzenresektionen werden auch dann durchgeführt, wenn eine Wurzelbehandlung nicht mehr möglich ist oder am Röntgenbild etwaige Veränderungen festgestellt werden, sodass eine feingewebliche Untersuchung notwendig wird. Mitunter können auch abnorme Wurzelverhältnisse, Zysten, Zahnverletzungen (Wurzelfraktur), Komplikationen bei einer Wurzelbehandlung oder ein Tumorverdacht eine Wurzelspitzenresektion erforderlich machen. Eine richtige Alternative gibt es nicht. Entscheidet sich der Patient gegen eine Wurzelspitzenresektion, so bleibt am Ende nur die Extraktion des Zahns.

Der Ablauf einer Wurzelspitzenresektion

Der Patient erhält eine Lokalanästhesie – also eine örtliche Betäubung. In der Regel verspüren die Patienten keine Schmerzen während der Behandlung. Der Zahnarzt durchtrennt zuerst das Zahnfleisch und die Knochenhaut. Danach schiebt er das Weichgewebe vom Knochen, sodass er eine freie Sicht auf den Knochen erhält. In weiterer Folge nutzt der Zahnarzt eine spezielle Knochenfräse, damit er den Knochen abtragen kann. Die Abtragung erfolgt im Bereich der Wurzelspitze.

Hat der Zahnarzt eine freie Sicht auf das entzündete Gewebe, kürzt er die Wurzelspitze um zwei bis maximal drei Millimeter. So kann er die feinen Ausläufer des Wurzelkanals vollständig entfernen. Eine stärke Kürzung kann erforderlich sein, wenn der Zahnarzt eine starke Wurzelkrümmung feststellt.

Der Zahnarzt erweitert in weiterer Folge den Wurzelkanal. Der Wurzelkanal wird zuerst desinfiziert und in weiterer Folge getrocknet. Danach wird der Wurzelkanal gefüllt. Nur in sehr wenigen Fällen ist der Zugang zur Wurzel nicht möglich. Es gibt aber spezielle Instrumente, die eine Füllung nicht nur durch die Zahnkrone ermöglichen, sodass auch eine Füllung von der Wurzelspitze möglich ist.

Nachdem das entzündete Gewebe entfernt und die restliche Umgebung gesäubert wurde, wird das Weichgewebe wieder zurückgeklappt und vernäht. Nach der Operation wird der Zahn provisorisch verschlossen. Der Zahn wird erst mit einer richtigen Füllung verschlossen, wenn die Wundheilung abgeschlossen ist.

Im Regelfall werden derartige Eingriffe vom Mundvorhof ausgeführt. Ist ein Oberkieferseitenzahn betroffen, so muss der Mediziner vom Gaumen aus operieren; diese Technik kommt dann zum Einsatz, wenn die Wurzeln der mehrwurzeligen Zähne eine große Entfernung (weit voneinander abgespreizt) zueinander haben. Die Dauer der Behandlung beträgt im Durchschnitt 40 Minuten. Mögliche Komplikationen können Nervenverletzungen, Verletzungen der Kieferhöhle oder auch Beschädigungen der umliegenden Zahnwurzeln sein. Derartige Komplikationen können natürlich auch die Heilungsdauer beeinflussen; in der Regel muss der Patient – wenn es zu keinen Schwierigkeiten gekommen ist – mit einer Heilungsdauer von mehreren Wochen rechnen.

Mehr im Web: Anbieter, Erläuterungen, Weiterführendes

Wurzelspitzenresektion: Eine gute Darstellung des Ablaufs findet sich bei Onmeda.de (Screenshot http://www.onmeda.de/zahnmedizin/wurzelspitzenresektion-was-passiert-bei-einer-wurzelspitzenresektion--22108-3.html am 04.05.2017)

Wurzelspitzenresektion: Eine gute Darstellung des Ablaufs findet sich bei Onmeda.de (Screenshot http://www.onmeda.de/zahnmedizin/wurzelspitzenresektion-was-passiert-bei-einer-wurzelspitzenresektion–22108-3.html am 04.05.2017)

Nach der Operation

Der Patient darf 24 Stunden keinen Kaffee trinken und keine Zigaretten rauchen. Körperliche Anstrengung ist ebenfalls verboten. Der Patient sollte die betroffene Region kühlen – so kann er Blutergüsse und Schwellungen vorbeugen. Zu beachten ist, dass jedoch Schwellungen und Blutergüsse – trotz einer ständigen Kühlung – nicht zu 100 Prozent verhindert werden können. Nachdem die örtliche Betäubung nachgelassen hat, können Schmerzen auftreten. Der Patient kann die Beschwerden mit Schmerzmitteln lindern. In der Regel vergehen die Schmerzen nach zwei bis drei Tagen. Eine Krankschreibung sollte zumindest für den Tag des Eingriffs erfolgen.

Wichtig ist, dass der Patient auf eine gute Mundhygiene achtet – so begünstigt er den positiven Heilungsverlauf. Die Nähte werden nach rund sieben Tagen entfernt – eine Krankschreibung ist nicht erforderlich. Nach zwölf Wochen wird der Knochen neuerlich geröntgt, damit der Zahnarzt die Sicherheit hat, dass die Wurzelspitzenresektion erfolgreich war. Somit beträgt die Dauer der gesamten Behandlung rund drei Monate.

Welche Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen?

Die Kosten der Wurzelbehandlung werden nur dann von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn der Zahnarzt der Meinung ist, dass der Zahn erhaltungswürdig ist. Problematisch wird es beim Backenzahn. Backenzähne sind, so die Krankenversicherung, nicht unbedingt „erhaltungswürdig“. In der Regel übernimmt die Krankenversicherung nur dann die Kosten, wenn folgende Voraussetzungen (zumindest zum Teil) erfüllt werden: Der Backenzahn befindet sich in einer noch vollständigen Zahnreihe, die Behandlung verhindert eine einseitige Verkürzung der Zahnreihe und durch die Behandlung kann der bereits vorhandene Zahnersatz erhalten werden. Jedoch gibt es auch andere Gründe, die – zumindest im Einzelfall – für eine Erhaltungswürdigkeit sprechen.

YOUTUBE: Wurzelspitzenresektion: Wie läuft die Behandlung ab?
(youtube.com/watch?v=bO_bFpTVpls)

YOUTUBE: Wurzelspitzenresektion, ein kieferorthopädisches Verfahren, um eine Entzündung an der Zahnwurzel und im umgebenden Gewebe zu beseitigen. Es wird in klinischen Fällen durchgeführt, in denen die Endodontie erfolglos erschien oder an Zähnen, an deren Wurzel anhand der Zahnkanäle man schwer durchkommt.
(youtube.com/watch?v=MKQQRm2r9wU)