Wissenswertes zu Ihrer Gesundheit

Die richtige Zahnfüllung an der richtigen Stelle: Arten und Materialien von Zahnfüllungen




Bei der Behandlungen kariöser Zähne kommen dann Zahnfüllungen zum Einsatz, wenn Läsionen oder andere Defekte an einzelnen Zähnen bestehen, die ohne eine Schließung den Zahn gefährden oder Nerven und Zahnwurzel freiliegen.

Die Behandlung mit Zahnfüllungen nennt man auch konservierende oder restaurierende Therapie, weil der Zahn in seiner Substanz erhalten bleibt und nicht durch Zahnersatz (Stifte, Kronen) ersetzt wird.

Der häufigste Grund, warum Zahnfüllungen benötigt werden, ist und bleibt Karies.

4 Stufen des Karies im Zahn (© bilderzwerg - Fotolia.com)

4 Stufen des Karies im Zahn (© bilderzwerg – Fotolia.com)

Defekte an folgenden Zahnstellen können mit Füllungen geschlossen werden:

  • Fissuren und Grübchen in den Kauflächen
  • einander berührende Flächen der Backenzähne
  • Berührungsflächen von Eck- und Schneidezähnen
  • Schneidekanten
  • Zahnhalsflächen
Statistik: Ursachen für Zahnentfernungen (Quelle: Statista / KZBV, IDZ, Glockmann et al.)

Statistik: Ursachen für Zahnentfernungen (Quelle: Statista / KZBV, IDZ, Glockmann et al.)

Welche Art der Zahnfüllung?

Grundsätzlich lassen sich drei Arten von Zahnfüllungen unterscheiden:

  1. Retentionsform
  2. Widerstandsform
  3. Extensionsform

Retentionsform

Bei der Retentionsform muss die Füllung so ausgeformt sein, dass im Zahn festen Halt finden kann. Im Falle von Amalgamfüllungen wird zu diesem Zweck die Kavität vor der Füllung so präpariert, dass sie unten breiter als oben ist. Bei adhäsiven Befestigungen ist die Retentionsform nicht erforderlich, weil die Füllung im Zahn eingeklebt wird. Es ist lediglich darauf zu achten, dass die Klebefläche groß genug ausfällt.

Widerstandsform

Die Widerstandsform kommt vor allem bei Backenzähnen zum Einsatz. Sie muss so ausgeformt sein, dass dem auf die Kauflächen ausgeübten Druck standhält. In diesem Fall ersetzt die Füllung quasi die geschädigte oder zerstörte Kaufläche. Außerdem soll die Widerstandsform dem Zahn ausreichend Widerstandsfähigkeit und Stabilität verleihen.

Extensionsform

Die Extensionsform ist eine Art präventive Füllung. Sie soll in ihrer Form so gestaltet sein, dass sie jene Bereiche einschließt, an denen sich erfahrungsgemäß bevorzugt Karies bildet. Das Prinzip lautet „Ausdehnung zur Vorbeugung“. Die Extensionsform wird heute eher kritisch gesehen, da mittlerweile alternative Formen der Kariesprävention zur Verfügung stehen. So können beispielsweise Fissuren an bedrohten Zahnstellen versiegelt werden.

Zahnfüllung: vorher-nachher (© Zsolt Bota Finna - Fotolia.com)

Zahnfüllung: vorher-nachher (© Zsolt Bota Finna – Fotolia.com)

Plastische und starre Füllmaterialien

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Füllmaterialien, mit denen Kavitäten im Zahn geschlossen werden können: plastische und starre. Bei den meisten, höherwertigen Materialien müssen gesetzlich krankenversicherte Patienten zur Basisleistung ihrer GKV etwas beim Zahnarzt zuzahlen. Über rechtzeitig abgeschlossene Zahnersatzversicherungen kann man jedoch einen Großteil der Zuzahlungen auffangen.

Plastische Füllmaterialien

Plastische Füllmaterialien bringt der Zahnarzt in formbarem Zustand in den vorgebohrten Zahn ein, wo sie sich der Zahnform anpassen und dann aushärten. Lange Zeit wurde als plastisches Füllmaterial vor allem Amalgam verwendet. Mittlerweile existieren Füllmaterialien, die sich der Zahnform und –farbe besser anpassen. Zudem ist das Füllungsmaterial Amalgam seit Jahren im Gerede. So heißt es z.B. auf der Website des Dortmunder Zahnarztes Dr. Henning Freitag in Rubrik „Amalgam Sanierung“:

„… Die schleichende Abgabe des giftigen Qecksilbers an den Organismus kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen, wie Migräne, Schlafstörungen, Haut- und Haarveränderungen u.v.m. führen. Insbesondere bei älteren Füllungen, die nicht mehr direkt mit dem Zahnrand abschließen entweichen größere Mengen Qecksilber über den Speichel in den Körper… (dr-freitag.de)

Starre Füllmaterialien

Starre Füllmaterialien werden außerhalb des Zahns geformt, bevor sie in den vorgebohrten Zahn eingebracht werden. So genannte Inlays werden im zahntechnischen Labor nach Abdrücken vorgefertigt, so dass sie genau in die Kavität passen. Hierzu zählen Keramikinlays und Goldgussfüllungen. Ein so genanntes Onlay soll die geschwächten Zahnwände ersetzen, indem es über die kaukrafttragenden Höcker des Zahns ausgreift. Teilweise bezeichnet man Inlays und Onlays auch bereits als Teilkronen.

Mehr im Web zum Thema „Welche Zahnfüllung?“

Videos zum Thema

YOUTUBE: Karies entfernen ohne Bohren | Professor Hendrik Meyer-Lückel vom Uniklinikum Aachen im Gespräch
(www.youtube.com/watch?v=mAQma_hgRyw)

Weitere interessante Statistiken

Mundhygiene: Häufigkeit des Zähneputzens > Wie oft reinigen (putzen) sie ihre Zahnoberflächen? > Jeder Zehnte Befragte putzt sich mindestens 3x am Tag die Zähne! (Quelle: Statista / Dialego market Research Online)

Mundhygiene: Häufigkeit des Zähneputzens > Wie oft reinigen (putzen) sie ihre Zahnoberflächen? > Jeder Zehnte Befragte putzt sich mindestens 3x am Tag die Zähne! (Quelle: Statista / Dialego market Research Online)

Durchschnittliche Anzahl der Zahnarztbesuche in den letzten 12 Monaten bei Patienten in den EU-Ländern (Quelle: Statista / Europäische Kommission)

Durchschnittliche Anzahl der Zahnarztbesuche in den letzten 12 Monaten bei Patienten in den EU-Ländern (Quelle: Statista / Europäische Kommission)

Buchtipp: Amazon eBook: „Früher hatte ich Zahnarztangst“

Zahnarztangst

Das eBook stellt verschiedene Ansätze und Strategien vor, um mit Angst vor dem Zahnarzt („Zahnarztphobie“, „Zahnarztangst“, „Dentalphobie“) umzugehen. Lesbar auf Amazon Kindle eBook-Readern oder im Browser oder in entsprechenden Kindle-Apps auf Smartphones und Tablet-PCs wie iPad